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Offener Brief

Unten stehend als Webversion unseren offenen Brief vom 11.10.2007 (per E-Mail) an den Bürgermeister der Stadt Riedstadt, sowie an den Stadtverordneten.


Offener Brief vom 11.10.2007

BÜRGER INITIATIVE FÜR RIEDSTADTS KINDER
An den Bürgermeister und den
Magistrat der Stadt Riedstadt
Rathausplatz 1
64560 Riedstadt

Betreff: Offener Brief – Kein Etat-Sanierung auf Kosten unserer Kinder in Riedstadt

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Kummer, sehr geehrte Stadtverordnete,
wie wir aus der Presse (Ried Echo vom 1.6.2007) und aus dem Maßnahmenkatalog von Herrn Malz-Heine vom 14.8.2007 erfahren mussten, planen sie zur Sanierung des Riedstädter Haushalts massive Einsparungen im Bereich der Kinderbetreuung.

Um uns gegen die geplante Haushaltsanierung auf Kosten unserer Kinder zu wehren, wurde die BÜRGERINITIATIVE FÜR RIEDSTADTS KINDER gegründet.

Nachfolgend benennen wir Ihnen unsere Gründe:
 Einsparungen im Bereich der Kinderbetreuung stehen im krassen Widerspruch zur aktuellen Familienpolitik des Bundes (siehe u.a. den Nationalen Aktionsplan).
 Laut dem aktuellen Familienatlas 2007 gehört die Region um Riedstadt zur sogenannten „Passiven Region“ mit dem niederschmetternden Urteil: „Investitionen in Familien haben hier oft nur geringe Priorität…“
 Die Stadt Heilbronn ist die erste Großstadt in Deutschland, die auf Gebühren für Kindergärten und Kindertagesstätten verzichtet. Heilbronn nimmt damit 2.4 Millionen Euro Defizit in Kauf, was die Wichtigkeit der Kinder unterstreicht. Dort haben Investitionen in die Familie eine hohe Priorität!
 Frankfurt stellt in den nächsten Jahren 1.000 neue Erzieher ein. Dort haben Investitionen in die Familie ebenfalls eine hohe Priorität
 Und Riedstadt?
Ein Viertel der geplanten Einsparungen gehen zu Lasten der Kinderbetreuung!
Durch die Etatkürzung sollen 3,7 Stellen gestrichen bzw. in Zukunft nicht mehr neu besetzt werden. Die damit einhergehende Unterschreitung des Mindeststandards um 5%, wird dann durch einen „buchhalterischen Trick“ ausgeglichen. Jetzt sollen auf einmal die externen Vertretungskräfte angerechnet werden. Aber gleichzeitig sollen auch die Mittel für qualifizierte Urlaubs-/Krankheits-Vertretung reduziert werden
 Jüngste Erkenntnisse zeigen doch eindeutig, wie wichtig es, ist Kinder und Kindereinrichtungen zu fördern. Kinder sind die Basis und Zukunft unserer Gesellschaft. Hat uns Pisa nicht bereits ein schlechtes internationales Bildungsniveau bescheinigt? Und was tut Riedstadt für die Bildung unserer Kinder? Die Stadt reduziert Erzieherplätze!


 Während sie das Defizit im Bereich der Kindertagesstätten offensichtlich als reinen Kostenträger betrachten, geht es hier nach unserer Meinung um eine wichtige Investition in die Zukunft. Es bedarf nun einmal auch eines finanziellen Aufwands, um hohe Qualitätsmaßstäbe zu erreichen. Aber genau hier will Riedstadt seine Aktivität beenden.
 Bisher waren die Aktivitäten Riedstadts ja noch akzeptabel. Riedstadt hat bereits Qualitätsstandards für Kindereinrichtungen definiert und will künftig auch in Kinderkrippen investieren. In der Realität aber wurden hier Steuergelder für die Definierung der Qualitätsstandards ausgegeben, aber im gleichen Atemzug eine Etatkürzung für Familie und Kind geplant, so dass diese Qualitätsstandards gar nicht erreicht werden können.

Für uns ortsansässige Eltern ist es wichtig, dass Riedstadt aufwacht und den Standortfaktor Familien und Kinderfreundlichkeit mehr Beachtung schenkt. Damit könnte Riedstadt auch ein Magnet für Familien und Wirtschaft werden.
Gegen eine vernünftige Finanzpolitik ist nichts einzuwenden. Aber Haushaltsdefizite und Altlasten dürfen nicht auf den Rücken der Kinder und zukünftiger Generationen saniert werden.
Wir fordern Sie auf, die geplante Etatkürzung im Bereich Familien und Kinder rückgängig zu machen und für eine Stärkung von Familie und Kinder in der Region einzutreten.
Geben Sie Riedstadt ein modernes familien- und kinderorientiertes Profil und fördern Sie damit die Zukunft Riedstadts!
Wir fordern Sie und alle im Magistrat vertretenen Parteien auf, sich von diesen Vorschlägen einer Etatsanierung zu Lasten unserer Kinder zu distanzieren.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister und Stadtverordnete, wir bitten Sie um eine schriftliche Stellung zu unseren Forderungen.



Mit freundlichen Grüßen
BÜRGERINITIATIVE FÜR RIEDSTADTS KINDER
vertreten durch:
Daniel Fai / Momcilo Plavsic / Uwe Hetzel


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